Season 2018/19: Die Verlobung im Kloster in Berlin // The Betrothal in a Monastery in Berlin

NEWS: Season 2018/19, Staatsoper Unter den Linden Berlin

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Herrlich, es ist wieder die Saisonvorstellungssaison! Ich hab mich entschlossen aus meinen bisherigen Posts über die Pläne der großen Opernhäuser und Konzertorchester eine Serie zu machen, ich hoffe ihr habe Spaß dran! Hier sind die bisherigen Posts zur Dutch National Opera, den Rotterdamer Philharmonikern, dem Concertgebouw Amsterdam und der Bayrischen Staatsoper! Weitere werden folgen.

Jetzt geht es erst mal um eines der besten deutschen Opernhäuser, die Staatsoper Unter Den Linden in Berlin. Was tischt uns Daniel Barenboim also nächstes Jahr auf, was können wir erwarten von seiner paarundzwanzigsten Saison an der Staatsoper, dazu noch der ersten unter dem neuen Intendanten Matthias Schulz? Barenboim scheint dieses Jahr mit den neuen Akzenten seines Intendanten mitzugehen und widmet sich sowohl alten Favoriten als auch neuen, spannenden Projekten.

Wir beginnen wie immer mit den großen Granaten.

Da fehlen einige. Keine Anna Netrebko (diese Saison singt sie noch Macbeth), kein Jonas Kaufmann. Kaufmann war auch nicht zu erwarten, Netrebko überrascht etwas.

Dafür singt Klaus Florian Vogt den Florestan in der Harry Kupfer-Inszenierung von Beethovens Opernversuch Fidelio. Ex-Philharmoniker Karl-Heinz Steffens dirigiert, außerdem singen Falk Struckmann (Don Pizarro), René Pape (Rocco) und Simone Schneider (Leonore).

Michael Volle singt die Wiederaufnahme der diesjährigen Festspielproduktion des Falstaff von Mario Martone, Barenboim dirigiert. Dieser Falstaff feierte gerade vor ein paar Tagen Premiere. Wie man hört, soll Michael Volle entzückend in der Titelrolle sein, Regisseur Mario Martone scheint den komischen Ton für eine moderne Inszenierung ganz gut getroffen zu haben. Nur Barenboims Dirigat sei leicht verwagnert, in diesem Falstaff höre man allzu viel Götterdämmerung. Das zumindest sagen die ersten Kritiken.

Simone Young dirigiert eine Wiederaufnahme von Claus Guths Die Frau ohne SchattenSimon O’Neill, Camilla Nylund und Michael Volle singen.

Eine weitere spannende Produktion unter Barenboim, auf die ich mich ganz besonders freue, ist die Wiederaufnahme von Patrice Chereaus ElektraEvelyn Herlitzius, Waltraud Meier, René Pape und Cheryl Studer sind Teil der erlesenen Besetzung. Diese Inszenierung kam erst an die Staatsoper, als Chereau bereits verstorben war. Schäuble ging hin, sagte Merkel sofort, sie sollte auch hingehen. Sie ging hin, ganz Berlin ging hin, wir waren alle gebannt von Chereaus großartigem musikalischen Verständnis.

Es gibt eine neue Medea, es singen Sonya Yoncheva (die mal wieder eine neue Rolle ausprobiert) Elsa Dreisig, Charles Castronovo und Iain Paterson. Barenboim dirigiert, Andrea Breth führt Regie. Außerdem bekommen wir einen neuen Rigoletto (Koproduktion mit der Met) unter Andres Orozco-Estrada von Barlett Sher.

Zwei echte Knaller gibt es zu den Festtagen 2019. Die Neuproduktion ist Prokofieffs Die Verlobung im Kloster. Jap richtig gehört, eine Verlobung im Kloster, eine russische komische Oper. Als Regisseur ist Barenboims Lieblingsregisseur Dmitri Tcherniakov an Bord, unter anderem singt Violetta Urmana. Das wird bestimmt spaßig.
Als zweite Festspielproduktion gibt es die Wiederaufnahme von Andrea Moses MeistersingerKwangchul Youn, Wolfgang Koch und Johannis Martin Kränzle singen, unter Anderem ist auch Siegfried Jerusalem als Balthasars Zorn dabei.

Außerdem gibt es eine neue Produktion der Zauberflöte! Keine Angst, die gute alte Everding-Schinkel Koproduktion bleibt natürlich. Aber Yuval Sharon darf eine neue Produktion machen, nachdem er sich diesen Sommer schon bereits am Bayreuther Lohengrin die Zähne ausbeißen durfte. Stand heute hat da übrigens noch niemand abgesagt.
Franz-Welser Möst dirigiert und gibt damit endlich sein Debüt an der Staatsoper.
Die alten Zauberflöte Produktionen dirigiert unter anderem Lahav Shani, auf den freuen wir uns schon in Rotterdam nächstes Jahr (hier geht es zur neuen Saison!). Wie auch immer die beiden dirigieren, hier könnt ihr eine ganz sicher großartige Zauberflöte hören!

Dann muss die Staatskapelle natürlich auch auf Tournee, mit Barenboim im Herbst. Währenddessen stellt man erstmals das Festival Barocktage 2018 zusammen, man muss ja auch was bieten während das Hausorchester weg ist. Unter anderem gastiert das Freiburger Barockorchester und spielt unter Sir Simon Rattle eine Neuproduktion von Rameaus Hippolyte et Aricie. Aletta Collins führt Regie. Rattles Familie ist ja in Berlin geblieben, trotz seines Chefdirigentenpostens beim London Symphony Orchestra. Da muss man sich auch beschäftigen, mal schauen was Rattle so bei den Philharmonikern nächste Saison macht.

Was die Abonnementkonzerte angeht, changiert Barenboim zwischen altem Repertoire und neuen Versuchen, wie bei den Opernproduktionen auch. Auf die Asien- und Australientournee in Spätherbst und Frühwinter nimmt man einen Zyklus der Brahms- Symphonien mit, das Musikfest Berlin eröffnet man dafür mit Strawinskys Sacre und Rituel von Pierre Boulez. Zu den Festtagen kommen natürlich wieder die Wiener Philharmoniker als Gäste, wieder dirigiert Barenboim Mahler (Erste Symphonie). Der junge Cellist Kian Soltani spielt das Cellokonzert von Dvorak, welches Barenboim ja schon so grandios mit Jacqueline Du Pré aufnahm. Hier könnt ihr reinhören!

Es wird eine spannende Saison an der Staatsoper, es gibt alte Klassiker und spannende Neuproduktionen… Besonders diese Verlobung im Kloster

// ENGLISH

Ah fantastic! It’s that time of year, when your’re surprised and smiling every other day! The big opera houses and concert halls are announcing their plans for the next season 2018/19! I have already written about the Dutch National Opera, the Rotterdam Philharmonisch Orchest, the Concertgebouw Amsterdam and the Bavarian State OperaMore will be forthcoming!

And now it’s time to talk about another top German opera house, the Staatsoper Unter Den Linden in Berlin. What does Daniel Barenboim have on offer for us next year, in the first season with new general manager Matthias Schulz? If you wanted to sum it up, you could say that we are hearing some old classics along with some exciting new projects as well.

We beginn with the big names, and some are missing. No Anna Netrebko, who is singing in Macbeth later this season. Also no Jonas Kaufmann, although that was to be expected.

But speaking of old classics, we are getting the Harry Kupfer-production of Beethoven’s FidelioKarl-Heinz Steffens, former solo-clarinettist of the Berlin Philharmonic, conducts an ensemble that comprises Klaus-Florian Vogt (Florestan), Falk Struckmann (Don Pizarro), René Pape (Rocco) and Simone Schneider (Leonore)

Michael Volle sings both the revival of the festival production of this year, Fallstaff with Mario Martone and Barenboim in the pit, as well as Die Frau Ohne Schatten, conducted by Simone Young. Joining him for the Strauss are Simon O’Neill and Camilla Nylund, amongst others.

Another revival under Barenboim, which I am especially excited for, is Elektra in the iconic staging by Patrice Chereau. Evelyn Herlitzius, Waltraud Meier, René Pape and Cheryl Studer are among a stellar cast. When this production first arrived in Berlin from Aix-en-Provence, Chereau had already passed away. The whole of Berlin went to see it (including Wolfgang Schäuble and Angela Merkel) and so many were deeply moved by this great director’s understanding of the music.

We are also getting a new Medea, with Sonya Yoncheva, Elsa Dreisig, Charles Castronovo and Iain PatersonBarenboim conducts, Andrea Breth directs. And there will be a new Rigoletto und Andres Orozco-Estrada directed by Barlett Sher. 

Es gibt eine neue Medea, es singen Sonya Yoncheva, Elsa Dreisig, Charles Castronovo und Iain Paterson. Barenboim dirigiert, Andrea Breth führt Regie. Außerdem gibt es einen neuen Rigoletto unter Andres Orozco-Estrada von Barlett Sher.

For the annual festival Festtage 2019, the team at the Staatsoper really have a treat for us: The new production features Daniel Barenboim and his favourite director Dmitri Tcherniakov presenting Prokofieff’s The Betrothal in the Monastery. Yes, you heard right. A Russian comic opera, sung by a cast including Violetta Urmana. What a gutsy choice!
As the second production of the festival, we get a revival of Andrea Moses’ production of Wagner’s Meistersinger, featuring experienced Wagnerians Johannis Martin Kränzle, Wolfgang Koch, Kwangchul Youn and Siegfried Jerusalem (the latter as Balthasars Zorn)

As if we hadn’t had enough surprises, here is another one! There will be a new production of Zauberflöte! Don’t worry, the legendary Everding-Schinkel coproduction obviously remains in the repertoire (as it probably will for all eternity). But Yuval Sharon, who will have just come down from the high of directing a new production at Bayreuth (Lohengrin) will get his shot at this piece, which is not as easy you think. Trust me, I have written a little something about it here!
Franz-Welser Möst conducts and finally makes his debut at the Staatsoper. Performances of the old production are conducted by Lahav Shani, amongst others. I am looking forward to his first season as chief conductor of the Rotterdam Philharmonic, read about it here!

At some point in late November/early December, the Staatskapelle embarks on an international tour with Daniel Barenboim. So, what do you do as an opera house, if your main orchestra leaves for about a month?
Well, for the first time, they are solving this problem by setting up the Baroque days 2018, where the greatest European baroque orchestras come and play opera at the Staatsoper as guests. The flagship production of that festival features none other than Sir Simon Rattle conducting the Freiburg Baroque Orchestra in a production of Rameau’s Hippolyte et Aricie, directed by Aletta Collins. As we all know, Rattle’s family has stayed in Berlin, despite him accepting the music directorship of the London Symphony Orchestra. So, as Rattle is staying in Berlin as well, we will be seeing him as a guest at the Staatsoper and probably also at the Philharmoniker next season.

As to the orchestral subscription concerts of the, Barenboim is staying with classics and trying new things as well, just like in the opera pit. For the tour of Asia and Australia in winter, he is taking the cycle of Brahms-Symphonies along. He opens Musikfest in September with Le Sacre du Printemps by Strawinsky and Rituel by Pierre Boulez. As always for the Festtage, the Vienna Philharmonic will be making a guest appearance with Barenboim once again conducting Mahler (Symphony No.1). The young cellist Kian Soltani will also be playing the Cello Concerto by Dvorak, which Barenboim recorded so famously with the great Jacqueline Du Pré, have a listen!

It will be an exciting new season for sure with old classics and exciting new productions… Especially that Betrothal in the Monastery…

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