Mozart has got some things to say // Mozart hat uns ein paar Sachen zu sagen.

RECORDS- Mozart, Die Zauberflöte. English Baroque Soloists, John Eliot Gardner, Michael Schade, Gerald Finley, Cyndia Sieden, Christiane Oelzer

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Mozarts Zauberflöte. Wenn man je eine Oper gehört hat, dann ist es diese hier. Sie ist zeitlos und populär, voll mit Gassenhauern. Und doch steckt mehr dahinter. Mal wieder gibt es bei Mozart mehr zu entdecken als nur schöne Melodien. Diesen Punkt habe ich bereits in einem anderen Post zu Mozart angefangen, den findet Ihr hier.

Für mich ist Die Zauberflöte mehr als nur eine Oper. Ein Genie hält uns Menschen hier den Spiegel vor: “So sehe ich Euch, von meiner Welt hier oben” . Die Zauberflöte hat für mich fantastische Komik: Jede Figur ist fehlerbehaftet, aber tut so, als wäre sie perfekt.

Die Königin der Nacht hat keine Macht mehr, ist auf nichts als Rache aus. Die zwei erwachsenen und gestandenen Männer Tamino und Papageno finden ihr Ziel nur mithilfe der Drei Knaben. Die würde ich als nächste Figuren zu Mozart sehen. Das Genie sieht sich selbst bei den Kindern, während die Erwachsenen sich untereinander zanken. Die Drei Knaben zeigen uns auch das Konzept der Männlichkeit in einem (für die Zeit) neuen, ironischen Licht: Tamino und Papageno (“Wir sind ja Männer!”) sind hoffnungslos verloren und finden ihren Weg nur mithilfe von drei Kindern, denen sie eigentlich haus hoch überlegen sein sollten.

Für Pamina und Tamino ist das Irdische, Menschliche nicht genug. Sie wollen die Erleuchtung, während sich Papagena und Papageno mit irdischem Glück zufrieden geben. Braucht man das Himmlische also? Eine von vielen Fragen, die Mozart dem Hörer stellt.

Papageno ist nur auf Lust und Vergnügen aus, findet beide in Papagena. Sein Frauenbild ist eher konservativ (hust, hust). Allzu viel Charaktertiefe hat er nicht. Dafür ist er wahnsinnig lustig. Und sogar Sarastro und sein Gefolge, die ja eigentlich die perfekten Herrscher sein sollen, bekommen ihre Macht nur durch eine Übergabe. Im Sterben übergibt Paminas Vater den Ring des Sonnenkönigs an Sarastro. Göttlich ist keiner von beiden.

Für mich ist die eigentliche Hautptfigur in dem Ganzen Mozart selbst. Er leistet viel mehr, als ihm zugeschrieben wird. Mozart ist nicht nur Komponist, er ist Kommentator. Er kommentiert nicht auf der Bühne, sondern in der Musik. Die Staccato-Sechzehntel-Noten im Allegro-Teil der Ouvertüre? Da kommentiert Mozart. Die Staccato-Geigen im Quintett des zweiten Aktes, wo ironisch gesungen wird: “Von feinstem Geiste ist ein Mann, der denket was er sprechen kann.” Da kommentiert ein lachendes Genie. Die grandios überdrehte Kadenz der Drei Damen im ersten Akt, die allzu lustigen Rhythmen bei “Mann und Weib und Weib und Mann.” Da steckt doch ein amüsiertes Genie dahinter. Mozart scheint uns sagen zu wollen: “Da schau her! Ihr tut immer so, als währt ihr so perfekt, in eurer scheinbar perfekten Gesellschaft. Und doch seid ihr alle, wie alle anderen Wesen auch, fehlerhaft. Schaut her, ich halt euch den Spiegel vor!”

Der vielleicht beste Beweis für diese These ist Monostatos. Der dunkelhäutige Diener wirbt für die Rechte von Schwarzen, “Und ich soll die Liebe meiden weil ein Schwarzer hässlich ist”? Ist Mozart hier also einer der ersten Aktivisten für die Rechte von Schwarzen? Im Jahre 1791? Wohl nur in seiner ironischen Art, einer Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten. Gerade die überaus lustige Konfrontation zwischen Monostatos und Papageno spricht dafür. Uns wird vorgeführt, wie haltlos und fehlerhaft Vorurteile sein können, und wie tief sie doch in unseren Gesellschaften verwurzelt sind.

Bevor wir über andere Urteilen, sollten wir doch mal besser auf uns selbst schauen. Das sagen uns Mozart und Libretist Schikaneder in knapp über zwei Stunden Musik. Wenn Mozart lange genug gelebt hätte um Michael Jacksons Man in the Mirror zu hören, hätte er sicher etwas dran gefunden.

Diese Interpretation der Zauberflöte ist natürlich leider nicht normal. Gerne wird das Stück als große Parabel der Menschheit gesehen, als Märchen mit Happy End. Unter den heutigen Regisseuren gibt es wenige, die sich getraut haben, mit dieser ungeschriebenen Regel zu brechen. Vor vielen Jahren sah ich Hans Neuenfels‘ Inszenierung an der Komischen Oper Berlin. Neuenfels schaffte es tatsächlich, einen Abriss von Mozarts ironischem Kommentieren abzubilden. Aber dann glitt die Inszenierung ab, wurde zu irgendeiner sexuellen Erzählung, die garantiert keiner verstand. Schade.

Wenn ein Stück so oft gebracht wird wie die Zauberflöte, kann das schlimme Auswirkungen haben. Wenn sie zu oft zu schlecht gespielt wird, kann man sie irgendwann echt nicht mehr hören. Also habe ich eine Aufnahme herausgesucht, die tatsächlich etwas Neues macht. Traditionen werden aus dem Fenster geschmissen, ganz andere Instrumente werden bespielt. Die Instrumente sind sogar anders gestimmt als sonst. Diese Aufnahme schafft es zumindest in Teilen, Mozarts ironischen musikalischen Erzählton herüberzubringen, durch Komik. Und damit schafft sie schon mehr als die meisten anderen.

Mit John Eliot Gardiner steht ein erfahrener Mozart-Dirigent am Pult, der aber immer darauf bestanden hat, dass seine Orchester zeitgenössische Instrumente spielen. Unter ihm wird bei Mozart keine moderne Klarinette oder Posaune gespielt, sondern stattdessen Instrumente wie sie in Mozarts Zeiten zum Einsatz kamen. Die English Baroque Soloists klingen damit radikal anders im Vergleich zu normalen Orchestern.

Die Streicher sind auf jeden Fall dadurch geschwächt, dass Darmsaiten statt Metallsaiten bespielt werden. Damit bekommen die Holzbläser umso größere Präsenz, hier ist die Phrasierung viel detaillierter und Hörbarer. Holzflöten haben eine tiefere Klangfarbe als die heutigen, hellen Metallflöten. Auch Klarinetten, Oboen, Fagotte und Hörner klingen in der alten Ausführung ganz anders. Sie geben dem Stück endlich Charakter. Wir bekommen einen explosiv-transparenten, jugendlichen Klang, der auch einiges an ironischer Erzählarbeit leisten kann. So manches wird selbst der erfahrene Mozart-Hörer in dieser Aufnahme zum ersten Mal hören.

Gleich die Es-Dur Akkorde zu Beginn hören sich anders an, irgendwie neu. Das Blech ist viel heller in Klangfarbe, präsenter als im modernen Orchester, hat größeren Einfluss auf den Gesamtklang. Gardiners Tempi sind generell schnell, aber das tut der Oper gut. Die Posaunenakkorde der Ouvertüre haben nur kurze Pausen, Michael Schade als Tamino muss von der listigen Schlange deutlich schneller entkommen als die meisten Taminos vor ihm. Er hat eine wohl-timbrierte, volle Stimme und sein Tamino ist gerade im ersten Akt zeitweise herrlich naiv.

Aber der eigentliche Grund, weshalb diese Aufnahme großartig ist, ist weil sie das beste, vollkommenste Gesamtbild dieses Meisterwerks zeichnet. Natürlich könnten einige Nuancen durch langsamere Tempi besser herausgebracht werden. Das Trio der Drei Damen im ersten Akt etwa ist in langsameren Tempi viel kitschiger, viel saftiger. Taminos Dies Bildnis is bezaubernd schön kann man durch langsamere Tempi noch romantischer klingen lassen. Aber Gardiner geht lieber auf die Dynamik als auf die Tempi, kommt Mozart so deutlich näher. Jede Nummer bekommt einen singulären Drive.

Deshalb hat die Zauberflöte übrigens auch den Ruf des Dirigentenfriedhofs. Wenn man irgendwo scheitert, dann hier. Hier muss man sich nämlich auf eine klare Linie festlegen, sonst bekommt man den Drive eben nicht hin. Und davor haben Dirigenten große Scheu, hilft ihnen doch gerade diese Variabilität so sehr bei Bruckner oder Schumann. Ohne klare Linie gehst du aber hier unter. Die Nummern haben dann alle schönen Charakter, aber es ergibt sich kein Gesamtbild. Es wird dann keine musikalisch zusammenhängende Oper, sondern nur eine Aneinanderreihung von Arien, Chornummern und Dialog.

Unter Gardiner wird das Ganze aber glücklicherweise zu einem grandiosen Gemälde.

Falls ein Sänger aus einem ohnehin schon grandiosen Sängerensemble hervorsticht, ist es Gerald Finley als Papageno. Er ist herrlich lustig, bringt Papagenos chaotische, faule Seite voll ins Licht. Nur der legendäre Gyula Orendt an der Staatsoper Unter Den Linden in Berlin hat nach meiner Erfahrung diese lustige Interpretation toppen können. Finley aber schauspielert nicht nur authentisch, sondern bringt im musikalischen auch noch seine Liederstimme. Das heißt, dass Finley Papageno mit einer Stimme singt, die man eher aus dem Liedgesang als von der Oper her kennt. Timbre und Stimme sind nicht GRANDIOS opernhaft, sondern empfindsamer, nuancierter und detaillierter. Und auch langlebiger. Wer Gerald Finley schon mal als Hans Sachs in Wagners Meistersingern gehört hat, weiß was ich meine. Zur allgemeinen Belustigung tut Finley auch noch so, als spielt er das Glockenspiel selbst. Die Schauspieler sagen dazu Method Acting.

Der Rest des Ensembles ist ebenso hochklassig. Der Monteverdi Chor singt präzise, kann rauschende Impulse am Ende der beiden Akte aber auch subtiles Einfügen in den Gesamtklang zu Beginn des zweiten Aktes. Cynthia Sieden bietet als Königin der Nacht alle noch-so-verrückt-hohen Noten in perfekter Klangqualität. Nur ihre Diktion ist manchmal etwas hibbelig, “Geschichte” wird schnell zu “Geschüchte”Christiane Oelze ist eine wunderbare Pamina, mit Seele und Romantik in Ach, ich fühls, es ist verschwunden und Bei Männern, welche Liebe fühlen. Gerade dieses Duett wird durch Gardiners schnelle Tempi zu einem reizenden langsamen Walzer. Einmal mehr bekommen wir eine völlig neue Perspektive auf dieses Stück.

Die drei Knaben machen ihre Sache gut, mit kontrolliertem und klanglich sauberen Singen durch die ganze Oper hindurch. Andreas Dieterich, Jan Andreas Mendel und Florian Wöller sind teil des ernsten, erwachsenen, aber doch menschlichen Gefolge Sarastros, gesungen von Harry Peeters.

Zu den weiteren Interpretationsmöglichkeiten dieser Produktion, warum sie dem Mozartianischen, ironischen Kommentarton besonders nahe steht, könnte man noch so viel sagen. Es gibt so viele herrliche Nuancen in der Regie, im Schauspiel, in der Musik. Vielleicht ist es aber am besten, wenn Ihrs Euch einfach anschaut und sie selber entdeckt 😉

Falls es eine entscheidende Message in diesem Post gibt, dann ist es die, dass die Zauberflöte so viel mehr ist als nur niedliche Arien und schöne Melodien. Es gibt etwas hinter der Musik, an das diese Aufnahme beeindruckend nah herankommt.

Ganz sicher ist: Mozart hat was zu sagen. Und das ist mehr, als ihm die meisten zugestehen.

Schaut auch mal auf den anderen Posts auf FreshEarsClassics vorbei, es gibt Kritiken zu großartigen Konzerten (Mahlers Achte, Trifonov und Jansons), Aufnahmen (Jacqueline Du Pré und das Dvorak Cellokonzert, Kissin und Karajan) und allen Neuigkeiten der Klassik (im Moment ist Saisonvorstellungssaison!). Hier können wir endlich zusammen an der Klassik Spaß haben, lasst ein Like auf unserer Facebook-Seite und verpasst keinen Post 😀

// ENGLISH

Mozart’s Die Zauberflöte. For most people, if they have ever seen an opera, it’s this one. The Zauberflöte is timeless and popular, but there is more to it than meets the eye. I have started making this point on Mozart’s higher value in my RECORDS- discussion of the E-Flat Major Piano Concerto. Check it out, it serves as a good intro to this 😀

Some tipps on listening to Zauberflöte, before we actually get into it:
To me, the Zauberflöte is more than an opera. It’s really a genius is holding a mirror in front of us humans and saying: “This is how I see you from my genius-world up here!” Whenever I hear Zauberflöte, I cannot help but find it insanely comic. Every character is vulnerable in his or her own way. The Queen of the Night has no power anymore, is a helpless old woman seeking nothing but revenge. The two grown “Männer!” Tamino and Papageno only find the temple with the help of Three Boys.

I believe that they are actually the closest thing we get to Mozart on stage. The genius puts himself in his own opera, among the children, while the adults squabble. While that may be slightly gone far in what is considered mainstream thinking on this opera, the Three Boys contribute to a new sense of masculinity: Papageno and Tamino (“Wir sind ja Männer!”) are hopelessly lost. The only way they can find their way is with the help of three little boys, whom they should easily outplay on paper. That’s your message right there.

When united, lovers Pamina and Tamino apparently need some ritual to confirm their love. The regular standard of being that we all share is not enough, they have to be enlightened. I would say that this whole higher state of being that so many people aspire to, is called in question by Mozart.

Papageno seeks nothing but pleasure and finds it in Papagena. He has a rather narrow perception of women, there is not all that much depth to him. Plentiful hilarity though. And even Sarastro and his followers, made to be the invincible Sun-King and his court, only got their power from a ring that was passed onto them by Pamina’s father upon his death. To me, there is never much glory to be found in what is often shown as a spectacle of grandeur and mankind celebrating itself.

For me, the actual main character in all of this is Mozart himself. He does much more than we give him credit for. In writing all this jolly, merry-go-round music, he actually teaches us a lesson. He is more than just composer, he is commentator. We do not see him onstage, but you can always find him in the music. The staccato-sixteenth notes of the Violins in the Allegro part of the overture? That’s Mozart to me. The staccato-Violins in the Quintett of the second act, where the characters ironically sing “Von feinstem Geiste ist ein Mann, der denket was er sprechen kann.” That’s a laughing Mozart to me. The overdone, hilarious cadenza of The Three Ladies in act 1, the almost too-jolly rhythms when Pamina and Papageno sing “Mann und Weib und Weib und Mann” I hear the bemused genius in every note. I hear Mozart saying: “Look at you! I am sitting here up here in my genius world and laughing. You people stumble around your faulty society, where you all pretend to be brilliant and perfect, but would never admit that you are actually all deeply flawed.”

The best piece of evidence for this thesis is probably Monostatos. Often portrayed by a white actor in black-face, this black character struggles with love and advocates for the rights of people of colour, in an opera written in 1791: “Und ich soll die Liebe meiden weil ein Schwarzer hässlich ist?” Mozart as an advocate for rights of people of colour?
Only in his own, specific and deeply ironic way of holding a mirror before society. Especially the hilarious meeting between Monostatos and Papageno corroborates this.
He shows us how narrow minded and faulty prejudice and pretence can be, and how inherent both are in human society.

We should look at ourselves before judging others, because we will definitely find something to correct here as well. That is what Mozart and his libretist Emaneul Schikaneder teach us in around 2 hours and 15 minutes of brilliant music. If Mozart would have ever lived to hear Michael Jackson’s Man in the Mirror, I am sure he would have agreed.

Now, I hate to admit this, but when it comes to interpretations of the Zauberflöte, this one is the road less travelled by. Very few directors today would be bold enough to actually go that route. Most of the time, Zauberflöte is perceived as not much more than a fairy tale with a big happy end. Maybe the great, controversial Hans Neuenfels would have the calibre to try this? I saw his take on Zauberflöte years ago at the Comic Opera Berlin. He did lay free some ironic commentary, but discarded the Mozart-focus in favour of making the Zauberflöte some sexual parable that most of the audience, myself included, did not get. What a shame.

When a piece of classical music is played as often as Zauberflöte, that can have dangerous side effects. The notorious phenomenon of score-butchering sets in, where performances are often not as good as you’d like and can even ruin the entire piece for the frequent listener. So, for my favourite Zauberflöte, I have selected one that does not conform to the old traditions of performing this opera, but sets a different tone. A performance that truly sounds different, also because the instruments are tuned to a different pitch, not the conventional 440Hz. A Zauberflöte, whose interpreters have truly delved into Mozart and bring Mozart’s message across, at least in parts. And that comes closer than most recordings available today.

So let’s dive right into the modern version of a well-traveled classic. John Eliot Gardiner is an experienced Mozart-interpreter who famously insists that the orchestras play instruments from Mozart’s time. The English Baroque Soloists sound completely different than conventional orchestras in conventional recordings.

The strings are significantly weakened in texture and force through using gut-strings instead of metal strings. The woodwinds actually become the highlight of the recording for me, as the old instruments make their phrasing much more delicate and audible. Wooden flutes make the tone more deep and soulful, less bright and glistening than today’s metal flutes. The deeper woodwinds gain more presence through clarinets and bassoons of the time. Old-timey horns also make a come-back. Much more difficult to play, but with a more present, soulful sound, they complete an ensemble that gives Zauberflöte exactly what it needs and is so often refused: Character. Explosive, transparent, completely new and youthful sound, that can also pack quite an ironic punch. I guarantee you, there are several completely things you will have never heard in a Zauberflöte in this recording.

The E-Flat major chords at the very beginning already sound different. The brass is much lighter in tonal shade, but much heavier represented in the overall sound of orchestra. Gardiner’s conducting of the overture is also more free and liberal. Tempi are generally  quite fast throughout the entire recording. That definitely can’t hurt this opera. The trombone-chords in the overture have unusually short intervals between them. As the curtain goes up, Michael Schade has to escape from the monster quicker than most Taminos. His Tamino has a good timbre, a full voice and is wonderfully naïve (and helpless) at times, especially in the first act.

The reason this Zauberflöte is truly the best, is because it the best whole performance of the opera. It gives you the whole, complete image of a masterpiece. Sure, some nuances sound better in slower tempi. The trio of the three ladies sounds more charming and over-the-top in slower tempi. Tamino’s Dieses Bildnis ist bezaubernd schön is probably a bit more romantic when it’s slower. But Gardiner manages to get the dynamics perfectly right in exchange for sacrificing the tempi. He imbues every number with a singular drive, youth and energy.

And this is the reason why Zauberflöte has the reputation of a conductor’s graveyard: because you have to commit to one approach here. And most conductors are afraid of doing that. They prefer going back to the good old variability, that also helps them master Bruckner Symphonies or Schumann Concertos. One number sounds like that, another number has a completely different character. And that is how they play it. The effect: While nuances in the numbers are wonderfully laid bare, you end up with no complete picture. Just a string of beautiful numbers and arias.

But not here. This Zauberflöte is one beautiful, complete portrait.

Speaking of young and energetic; If there is any one singer out of this superb ensemble, who sticks out, it is Gerald Finley‘s Papageno. Finley manages to bring a hilarious comic timing to his portrayal of the slightly misplaced, lazy, all-over-the-place character. The only Papageno that I have ever heard, who manages to equal Finley’s comic timing was the legendary Gyula Orendt at the Berlin State Opera. Finley not only acts authentically, his singing also brings that unique Finley-Lieder-character. This means that Finley sings the character in a style similar to the romantic-Lied that we know from Schubert, he treats his voice in a similar way. The timbre and voice in general are not BIG and operatic, but instead feature details, nuance and even greater longevity. For a Hans Sachs, this is exciting. For a Papageno, this is ideal. Finley elevates the entire evening, his timing in the first monologue with Tamino and The Three Ladies is hilarious. And to add to that, he pretends to play the Glockenspiel himself. Actors would say: That is method.

The rest of the singing ensemble is also of the highest quality. The Monteverdi Choir sings with exquisite precision, with rousing dynamics in the brilliantly conducted choral numbers at the ends of both acts, but also with subtle accents in the basses at the beginning of the second act. Cyndia Sieden brings all the grandios, stunning high notes that you could wish for as the Queen of the Night, even though her diction is a little unclear sometimes (“Geschüchte” instead of “Geschichte”). Christiane Oelze also embodies exactly what one could want in a Pamina, pure and at times childish in act one, but also soulful and romantic in Ach, ich fühls’, es ist verschwunden and Bei Männern, welche Liebe fühlen. With Gardiner’s faster tempo, the latter duet becomes something of a charming English Waltz, once again bringing a completely new perspective.

The three boys fulfil their mission with mature singing throughout, not a single fault throughout. Andreas Dieterich, Jan Andreas Mendel and Florian Wöller are part of the serious and yet human, honest entourage of Sarastro, sung by Harry Peeters.

There is a lot more, that I could unpack on this production and why it comes closer to an ironic, comic and (in my opinion) truly authentic Mozartian interpretation of Zauberflöte. There are simply too many subtle accents, nuances to name, but they are all there.

If there is anything that you should take from this post, it is that Zauberflöte is more than just beautiful melodies and cute arias. There is something beyond the music, that this recording comes close to excavating.

One thing is for sure: Mozart has something to say. And that is more than what most people give him credit for.

Please have a look at other posts on my blog as well! There are reviews of concerts (Mahler’s Eighth, Trifonov and Jansons), other great recordings (Jacqueline Du Pré and the Dvorak cello concerto, Kissin and Karajan) and all the news of classical music for you to enjoy (right now it’s the season of season presentations!) Leave a like on our facebook page as well, you will not miss a single post!

 

 

 

4 thoughts on “Mozart has got some things to say // Mozart hat uns ein paar Sachen zu sagen.

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